Eindrücke meiner langen Sommerferien

Schau dir gerne meine Fotos an, vielleicht können sie Inspiration für deine nächste Reise sein?!

Los gehts - endlich wieder Fähre fahren

Ich bin mehr als ferienreif! Die letzten Tage in der Schule waren mehr als wild, immerhin geht es dieses Jahr nicht direkt am ersten Ferientag los - so wie sonst. 

Ich gönne mir noch ein paar schöne Tage mit vielen wirklich tollen Begegnungen, danke dafür!

Von Kiel (hier der Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal) geht es  nach Klaipeda.

Auf der Kurischen Nehrung

Am nächsten Tag heißt es schon wieder Fähre fahren, um auf die Kurische Nehrung zu kommen. Ausnahmsweise bin ich mit E-Bike unterwegs - das kann man bei 106 km schon mal machen :)

Sand, Dünen und vor allem Wald so weit das Auge reicht!

Von der Kurischen Nehrung weiter nach Lettland

Kaum angekommen zieht es mich schon wieder weiter. Ich fahre von Klaipeda weiter entlang der Küste und bin nach ca. 80 km in Bernati. Die Kaffeeautomaten gibt es wirklich überall! Schönste Strand- und Waldwanderung. Stehe sogar am westlichsten Punkt Lettlands. Der Kiefernwald kommt mir auf dem Campingplatz ganz gelegen, nachdem ich viel Sonne getankt habe. 

Am nächsten Morgen regnet es auf dem Weg in das 8000 Jahre alte Hochmoor Kemeri, bevor mich es wieder in die Heimat verschlägt. Bremen äh Riga, aber sieh selbst :)

Wieder Zuhause?!

Kunst im Wald und im Gauja Nationalpark

Die Versorgung scheint in Lettland stets gesichert zu sein, selbst im Wald gibt es hier wichtige Wegweiser. Der Wanderweg selbst ist häufig nicht so gut ausgeschildert :)

Ostestland

Ob Bergbesteigung oder Höhlenmuseum - einfach schön hier! Die Straßenverhältnisse sind teils abenteuerlich.

Bären habe ich bisher zum Glück nur hölzern erlebt.

Ein Nachmittag in Tartu

Von der Halbinsel Käsmu bis zum Gefängnis

Ganz schön viel erlebt heute, von einer Wanderung durch Wald und am Meer entlang bis zum Gefängnis in Rummu.

Tallinn wieder entdecken

Vieles gibt es in der Hauptstadt Estlands zu entdecken, sei es kulturell oder kulinarisch.

Mal eben von Estland nach Finnland - Fährüberfahrt am 27.07.

Um 7:30 Uhr gehts los...Wetter bescheiden...

Von Südfinnland nach Ostfinnland

In den nächsten Tagen bin ich in meinem Element, es heißt wieder wandern.

Ich entdecke die Orinoro Schlucht und jede Menge Blaubeeren auf dem Weg, lecker.

Im Koli Nationalpark kommt endlich mal wieder die Sonne raus und die Temperaturen steigen auf knapp über 20 Grad. Fantastische Ausblicke über die vielen Seen, diese muss ich mir aber auch etwas "erarbeiten" - ja, auf dem Bild, das ist der Wanderweg :)

Am 30.07. wandere ich auf olympischen Spuren den Sapporo Trail im Vuokatti Skigebiet (ca. 300 Meter Höhe - die Berge des Sauerlandes lassen grüßen :) Im Anschluss fahre ich noch nach Hossa, mal wieder habe ich einen mega Stellplatz am See. Auf dem Weg dorthin entdecke ich die ersten Schilder, die vor Rentieren warnen und klar sehe ich auch das erste. Am nächsten Tag sehe ich ein weiteres direkt auf meinem Wanderweg.

Über den Polarkreis

Vom Besuch beim Weihnachtsmann und ein Sprung über den Polarkreis bis in den Pyhä Luosto Nationalpark.

Ich scheine immer hellwach zu sein, schließlich geht die Sonne gerade fast nicht unter (Rovaniemi Sonnenuntergang 22:39, Sonnenaufgang 04:07), aber so richtig geht die Sonne nicht unter. Bin nachts kurz gegen 3 Uhr wach, das sah ziemlich hell aus.

Im Pallas-Ylläs Nationalpark

Einer meiner Lieblingsnationalparks in Finnland und der drittgrößte des Landes. Der Fernwanderweg von Hetta nach Ylläas erstreckt sich auf 125 Kilometern. Mir sind dann Tageswanderungen dann doch lieber. "Hohe" Berge (so ca. 800 Meter), Wald so weit das Auge reicht und natürlich auch Rentiere!  4 Übernachtungen und 3 Wanderungen bin ich dort.

Besteigung des Ylläs am 05.08. - von meinem Campingplatz habe ich den 719 Meter hohen Berg bereits fest im Blick. Am Tag zuvor warte ich das Wetter eher ab, werde aber mit einem Regenbogen belohnt :) Auf der Wanderung sehe ich das erste Mal weiße Rentiere! Auf welchem Gipfel gibt es übrigens eine Schaukel? Na klar, auf dem Ylläs!

Morgens vor dem Frühstück stehen die Rentiere schon vor dem Camper, es ist einfach Wahnsinn! Ich fahre erst noch weiter in die Mitte des Nationalparks und stehe heute auf dem Gipfel Taivaskero (809 Meter). Auch hier ist der Blick häufig nicht fassbar. Hier wurde 1952 das olympische Feuer durch die Mitternachtssonne entzündet und wer steht dann schon wieder vor dem Visitor Center?

Mit dem Boot zum Wanderweg. Am 07.08. geht es auf eine Streckenwanderung im Norden des Nationalparks. Auch Beginn des Trails in Hetta. Das Wetter muss ich noch ausnutzen, es scheint die Sonne, aber auf dem Berg Pyhäkero (713 Meter) pfeift ganz schön der Wind. Da sind es keine 10 Grad mehr, bei Sonnenschein werden es mittlerweile nicht mehr als sommerliche 17 Grad.

Am Inari See

Na immerhin muss ich heute keine Berge erklimmen :) Ich erfreue mich an dem schönen Weg durch Wald, Feld und an vielen kleinen Seen entlang.

Am Ende der Welt oder auf der Varanger Halbinsel

Mir gefällt die Kombination total Neues zu entdecken und Bekanntes wieder zu entdecken. Auf der Varanger Halbinsel war ich bisher noch nicht, bisher bin ich mit den Hurtigruten nur drumherum gefahren. Die Halbinsel ist so vielseitig und oft kann ich nur staunen und mich fragen, ob dieser Fleck noch auf dieser Erde ist :)

Am 09.08. sitze ich erstmal viel im Auto - trotzdem ist die Landschaft im Vorbeifahren schon der Hammer! Beim Abendspaziergang in Berlevåg erkunde ich den Ort, der eher von Möwen als von Menschen bewohnt wird.

Am nächsten Tag "erklimme" ich das Tanahorn (266 Meter), die Berge sind hier nun eindeutig nicht mehr hoch, wenn man am Rand der Klippe steht, dann reichen aber auch diese 266 Meter :) Die Landschaft hat sich deutlich verändert, wo sind nur die Bäume hin? Die Temperaturen sind nun auch um einiges kälter und wärmer als 14 Grad wird es nicht mehr, mit Wind sind es gefühlt keine 10 Grad mehr - vellkommen til Nord Norge :)

18 Kilometer Wanderung im Varanger Nationalpark zum Wasserfall Nattfjell - ich habe so Glück mit dem Wetter, auch wenn der Wind ordentlich pfeift. So richtig regnet es meist, wenn ich im Auto sitze :) Hier gibt es scheinbar mehrere Jahreszeiten an einem Tag, da das Wetter so häufig wechselt. In den nächsten Tagen werde ich den ein oder anderen Regenbogen sehen. Im Anschluss fahre ich durch eine unwirkliche Landschaft nach Hamningberg, das halte ich am nächsten Tag noch viel häufiger fotografisch fest. Abends gibts noch n kleinen Spaziergang vor der Haustür bevor ich mehr oder weniger "wild" stehe. Ich bin sonst nicht so ne Parkplatzmaus oder übernachte am Straßenrand. Hier gibt es jedoch zwei 1A Toilettenhäuschen, Feuerstellen und ne mega Aussicht, wie kann man da schon fahren?

Am 12.08. fahre ich den atemberaubenden Weg zurück, auf Varanger muss ich viele Wege doppelt in Kauf nehmen, die Straßen enden eben irgendwann. Heute ist mehr Sightseeing angesagt, in Vardø wartet u.a. ein Hexenmahnmal und jede Menge Kunst im Ort auf mich. Das mit dem Abendspaziergang wird schon fast zum Ritual :) 

Zuerst habe ich noch einen mega Blick auf Vardø mit stylischem Rastplatz bevor es zum Wanderweg geht. Heute ist das Motto wohl - Der Weg ist das Ziel! Zuerst Fahrt über Schlaglochpiste und danach eigentlich eine schöne Wanderung mit faszinierender Landschaft zu einer Hängebrücke...wie gut, dass ich kein Glück abbekomme am Vogelfelsen in Ekerøy :) Man fragt sich, ob ich heute bei dem Outfit ne Bank überfalle, aber es waren einfach nur 6 Grad!

Ein Tag in Kirkenes

Bereits zum zweiten Mal bin ich in der Stadt Kirkenes (2300 Einwohner) von hier aus werden vor allem Touren zum Grenzfluss oder zur Grenze in Jakobselv, auch Touren mit den Königskrabben sind beliebt. Die Fahrt auf dem Grenzfluss hat mich bereits 2023 fasziniert. Zudem wanderte ich im Pasvik Nationalpark zu den 3 Grenzen mit 3 Zeitzonen. In diesem Jahr bleibt daher nicht mehr viel zu entdecken. Ich besuche daher einen Bunker, der für die Bevölkerung von Kirkenes in den Felsen gebaut wurde. Kirkenes war für die Wehrmacht strategischer Ausgangspunkt, um weiter nach Murmansk zu gelangen. 

Von Kirkenes nach Honningsvåg

Für mich geht es am 15.08. mit den Hurtigruten von Kirkenes nach Honningsvåg. Wenn man ein Auto mitnehmen möchte, dann funktioniert das nur über die norwegische Internetseite oder per Mail. Es ist einfach Wahnsinn nun die Varanger Halbinsel vom Schiff aus zu sehen. Nach dem Hochsommertag mit 20 Grad regnet es kräftig, hat auch was mystisches...

Auf der Insel Magerøya

Wanderung zum "echten Nordkap" auch wenn ich wegen des Wetters nicht dort ankommen werde...manche wären hier noch nicht mal bei dem Wetter aus dem Auto ausgestiegen :) Diese Wasserfelder sind übrigens Bestandteil des Weges.

Danach geht es zum Finnmark Festival, in diesem Tal steht kein dichter Nebel. Ich habe das einzige ausländische Kennzeichen auf dem Parkplatz. Hier sind die echten Einheimischen.

Schietwetter in Alta

Am Montag geht es durch verschiedene Arten von Nebel und Regen nach Alta. Gute 200 Kilometer entfernt fahre ich durch eine geniale Landschaft. Weites Fjell und Mini-Birken wechseln sich ab. Rentiere gibt es natürlich auch einige. In Alta selbst wandere ich zwei nicht allzu lange Touren, die Wanderung zum Nordtoppen ist aber gar nicht so ohne, die großen Steine sind ziemlich rutschig. Die Aussicht auf die Stadt und den Fjord bzw. die umliegenden Berge ist eher eingeschränkt. Am besten gefällt mir noch die Hütte am Gipfel, hier gibt es einige Kinderbücher. Hier könnte ich ewig bleiben und das Wetter abwarten, dann würde ich aber ne Woche später immer noch dort sitzen, die Aussichten stehen auf Regen. Ein wenig Kultur gibt es dann noch bei den Felszeichnungen in Hjemmeluft, die zum Weltkulturerbe gehören.

Auf zum Haldetoppen

Seitdem ich 2022 zum Haldetoppen an einem Tag hin und zurück gewandert bin (18 km, 900 Höhenmeter, 7 Stunden) stand fest, da muss ich noch mal hin. Kurz vor meiner Reise bin ich noch in den norwegischen Wanderverein eingetreten, damit ich auf dem Gipfel in der Hütte übernachten kann. Mehr Norwegen geht nicht!

So sah es übrigens 2022 bei ganz gutem Wetter aus, um mal einen Eindruck zu bekommen :)                                                                        Der Weg sieht wirklich aus, als würde man nach Mordor gehen. Ein Blick vom Gipfel.

Eine Fahrt in die Lyngen Alpen

Wie schön können bitte 200 Kilometer Fahrt durch Norwegen sein? Ich habe noch einmal die Gelegenheit auf den Haldetoppen zu blicken, bevor die Landschaft noch ein wenig spektakulärer wird.

Auf der Insel Arnøya

Schon die Fahrt mit der Fähre offenbart spektakuläre Ausblicke auf die hohen Berge der Lyngen Alpen. Das Gebiet ist einfach total groß, die Berge sind hier um einiges höher als zuvor. Schneebedeckte Gipfel inklusive. Als ich meinen Gipfel des Tages, den Trolltinden, von weitem sehe kann ich mir noch gar nicht vorstellen, wie ich da hochkommen soll. Die Schotterstraße ist zwar steil, stellt aber kein Problem. Ein Snack am Gipfel darf natürlich nicht fehlen...ich übernachte direkt am Fjord mit Blick auf den Berg.

Der kleine Rundweg am anderen Ende der Insel hält viele Eindrücke bereit - Seen, Wasserfälle, riesige Steine, einen Strand - mehr geht nicht. Naja Rentiere sind natürlich auch wieder am Start :)

Wieder zurück auf dem Festland - immer noch in den Lyngen Alpen

Nach der Rundtour auf der Insel Arnøya mache ich noch bei Spåkenes einen kleinen Spaziergang. Auch hier gibt es wieder viele Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Ich erfreue mich hier eher an der Farbenpracht des Ortes, hier blüht die Heide und ich habe auf meinem Campingplatz natürlich einen spektakulären Blick auf den Fjord.

Am 23.08. scheine ich einen kleinen Durchhänger zu haben. Eigentlich möchte ich gerne den höchsten Berg Finnlands (Halti) besteigen, die Fahrt hierher scheint unmöglich. So finde ich zwei Alternativen, die ich dann nur mäßig genießen kann. Einmal geht es zur Gorsabrua. Zu Beginn werde ich fast von Schafen umgerannt, Rentiere sind entspannter.

Am gleichen Tag gehe ich noch in Skibotn nicht skifahren, sondern natürlich wandern. Der Weg wird irgendwann zur Schlammschlacht, heute scheint nicht mein Tag zu sein...auf dem ersten "Gipfel" habe ich noch n genialen Ausblick, irgendwann danach geht es echt nicht mehr weiter. Das auf dem "Gipfel" ist übrigens kein Briefkasten, sondern da ist das Gipfelbuch drin :) Immerhin kann ich mich auf gar keinen Fall über meinen Ausblick am nächsten Morgen beschweren!

Neuer Tag - neues Glück. In der Nähe von Kitdålen ist der Einstieg zum Wanderweg dann irgendwie auch off road. Irgendwann kommt mir der Weg bekannt vor, ich war hier mal :) Der Weg windet sich in Serpentinen den Berg hoch und ich habe einen tollen Ausblick auf die Wasserfälle. Heute sollen es 14 Grad sein, die fühlen sich auf dem Berg mit starker Brise aber nicht mehr so an.

Am 25.08. geht es zum Steindalsbreen Gletscher oder zumindest in seine Richtung. Um kurz vor 8 eröffne ich den Wanderweg und bin gut drauf! Bis zu meinem Rückweg treffe ich niemanden.                                                                                                                                              Ich kann heute einfach nur staunen! Und fühle mich echt "Außerhalb der Zeit". Das Lied von Bosse geht mir heute den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf.

Kaum zu glauben, nach dem regnerischen Nachmittag und Abend scheint am nächsten Tag wieder die Sonne :) Heute geht es insgesamt 15 Kilometer durch das Lyngsdalen mit Blick auf die höchsten Gletscher der Lyngen Alpen - Jiehkkevárri 1934 Meter. Ich bin einfach nur geflasht! Der Weg ist so vielfältig, sowohl von den Ausblicken auf die Landschaft, als auch der Weg durch sie. Wenn jemand überlegt, ob die Hose mal in die Wäsche sollte, dann schaut euch mal meine an :D Im Anschluss fahre ich noch zu einer kleinen Bucht.

Am 27.08. geht es bei schönstem Sonnenschein hoch hinaus. Diesmal per Sherpatreppe bis zum Ende der Welt (Verdens Ende). Ich bin hinterher auch ganz schön am Ende ;) Mit Muskelkater in den Waden ca. 1000 ungleiche Stufen hochzulaufen ist da eine ganz schöne Herausforderung. Auf den Fotos sieht man zudem gar nicht, wie steil es nach oben geht. Das geht heute nur mit musikalischer Unterstützung von Queen. "Don`t stop me now..." Die Plackerei lohnt sich aber bei dem Ausblick! Auch auf der Fahrt nach Svensby kann ich mich an den Bergen gar nicht satt sehen.

Bevor es am Freitag nach Tromsø geht, nehme ich den Gletschersee Blåisvatnet noch mit. Ich habe das Gefühl, dass mich die Gletscher in den letzten Tagen magisch angezogen haben...

Ein Wochenende in Tromsø

Am Freitag erledige ich nur noch ein paar Dinge in der Stadt, bevor ich am Samstag auf den Fjellheisen (Tromsøs Aussichtsberg) wandere, natürliche bekomme ich davon nicht genug und steige noch höher auf den 671 Meter hohen Fløya. Fällt mir leichter die Berge steil aufwärts zu gehen, als ständig die Sherpatreppen hochzukriechen. Kulturell gehe ich abends noch ins Kino und am nächsten Tag auf die Gedenkfeier für König Harald und ich muss natürlich beim Fußball vorbeischauen.

Ruska im Dreiländereck

Morgens hängen in Tromsø die Wolken noch ziemlich tief, das Wetter entwickelt sich heute aber bestens.

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da...so viele Herbstlieder gehen mir im Dreiländereck durch den Kopf. Was ich am Montag so gar nicht auf dem Schirm habe, dass es hier eine Stunde später ist. Die Wanderung auf den Saana startet somit erst um high noon, zunächst habe ich geniale Ausblicke auf Schwedens schneebedeckte Berge und das sich färbende Laub in Norwegen und Finnland. Die Wanderung um den Saana wird später zur Tortur. Nach 6 Stunden und "nur" 16 Kilometern bin ich fix und foxy. Ich "klettere" lieber irgendwelche Berge hoch als eher eine Art Wattwanderung zu machen.

Am Dienstag regnet es mehr oder weniger stark, auch zeigt sich ein wenig Nebel. Es geht zunächst mit dem Boot über den See, dann wandere ich zum Grenzstein und nehme natürlich nicht das Boot zurück, sondern nehme diese schöne und farbenfrohe Landschaft auf meinen 15 Kilometern gerne mit! Sattsehen kann ich mich da gerade nicht, obwohl ich langsam einen Hunger wie die Raupe Nimmersatt entwickle, auf dem letzten Teil der Wanderung schwebt mir ein Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln vor. Ich finde immerhin eine ganz gute Alternative - Burger und Pommes zu einem erschwinglichen Preis.

Auf der Insel Senja

Zunächst war geplant länger im Dreiländereck zu sein, das nebelige Wetter hat mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher geht es etwas früher auf die Insel Senja. Auch die Fahrt ist durchaus interessant, denn wo sieht man schon ein menschliches Vogelhaus? Im Ånderdalen Nationalpark wandere ich natürlich an diesem Tag noch insgesamt 12 Kilometer zu einem See, der Weg auf den ersten Kilometern Premium, danach wird er zur Schlammschlacht. Auf der Hälfte der Strecke entdecke ich ein witziges Hinweisschild - Senja entwickelt sich seit den letzten Jahren immer mehr zum Touristenhotspot.

Am Donnerstag geht es zunächst nach Rødsand, dort habe ich auf dem Tønnetten einen fantastischen Ausblick, das kann es ja noch nicht gewesen sein (2,8 Kilometer sind ja nichts!) und so wandere ich auch noch ca. 8 Kilometer am "Strand" entlang. An den weißen Sandstränden grasen sogar Schafe, das Wasser ist türkisblau, der Weg ist steinig oder matschig und auf jeden Fall gibt es hier so viel Heidekraut, so weit das Auge reicht.

Am Freitag gilt den ganzen Tag im Norden der Insel eine Sturmwarnung. So bleibe ich noch im Süden und habe wirklich viel Spaß auf meiner Wanderung zum 466 Meter hohen Skatvikfjellet (gut 8 Kilometer insgesamt). Neben dem vielseitigen Weg, der durchaus anstrengend ist, da ich ein wenig klettern muss und den tollen Ausblicken begleitet mich zudem ein Regenbogen, ich kann mich gar nicht satt sehen - naja Hunger habe ich ja so oder so :) Nach der Wanderung habe ich auf dem Campingplatz noch ein Erlebnis der besonderen Art. Stan, der Campinghost, sagt, dass ich auch auf der Campingwiese übernachten kann. Auf dem Weg dorthin bleibe ich auf der Zufahrt stecken. Er schafft es nicht mich mit seinem 4x4 Peugeot rauszuziehen, danach kommt er mit seinem Bagger :)

Am Samstag geht es nun in den scheinbar spektakuläreren Norden der Insel. Hier ist aber durch Instagram auch viel mehr los, immerhin gehe ich eher auf den weniger populären Wegen. Woran das wohl liegt? Am Wetter, an der Uhrzeit oder an der Beschaffenheit des Weges? Viele gehen nicht den Barden, sondern den Hesten herauf, um einen Blick auf den spektakulären Segla zu haben. Diese ca. 7 Kilometer sind wahrscheinlich erstmal die anspruchsvollsten, da ich irgendwann vor der "Wand" des Barden stehe, also rauf, teils echt auch auf allen Vieren. Ich würde schon sagen, dass ich schwindelfrei bin, aber direkt 200-300 Meter runter will ich dann nicht schauen, wenn ich unmittelbar "am Abgrund" entlanglaufe. Hier ist heute weniger Genuss als vielmehr Anstrengung angesagt. Das Wetter entwickelt sich ein paar Fjorde weiter am Nachmittag dann doch noch sehr positiv und ich kann die Landschaft doch etwas mehr genießen.

Bestes Wetter und eine wunderschöne Landschaft im Ort Skaland, sei es beim Aufstieg auf den Husfjellet oder beim abendlichen Sonnenuntergang. Auch der Strand und Tungeneset können sich sehen lassen. Meine Frise passt sich mittlerweile schon der Landschaft an :)

Selbst auf der 50 Kilometer langen Fahrt zum Fähranleger und auf der Überfahrt gibt es spektakuläre Aussichten.

Auf den Vesterålen

Velkommen tilbake - das dritte Mal bin ich nun schon auf dieser schönen Inselgruppe. Landschaftlich ähnlich schön wie die Lofoten oder Senja, bisher ist es aber noch nicht so überlaufen und die Einwohner geben mir immer ein Gefühl der absoluten Entspannung. Nach der Fährüberfahrt kann ich noch nicht die Füße stillhalten und laufe eine kurze 4 Kilometer Tour den 468 Meter hohen Røyken hoch. Dabei kann ich noch mal super auf Senja blicken. Außerdem sehe ich wunderschöne Sandstrände, an einem werde ich die nächsten beiden Tage übernachten.

Am Dienstag geht es bei bewölkten 8 Grad auf den 405 Meter hohen Måtind, die Tour ist gut 7 Kilometer lang und gleicht oft eher einem Spaziergang auf einer Hochebene - nur muss man erstmal auf diese kommen :) Da heißt es dann wieder klettern, jedoch bin ich den Weg vor ein paar Jahren schon einmal gegangen, sodass das für mich eine schöne und entspannte Tour wird. Abends versuche ich noch schnell den Sonnenuntergang einzufangen, da werde ich allerdings schnell vom nächsten Schauer erwischt.

Am Mittwoch halte ich mal die Füße still und das ist verdammt ungewohnt. Trotzdem bietet die Fahrt an sich schon einige landschaftliche Highlights. Von der Insel Andøya fahre ich erst in die Inselhauptstadt Sortland um einiges zu erledigen. Im Anschluss besuche ich das Hurtigruten Museum in Stokmarknes. Um das Schiff wurde ein "Glaskasten" gebaut. 

Am Donnerstag ist Wandertag, aber bevor ich überhaupt den Einstieg des Weges finde verfahre ich mich etwas. Beim Wenden passiert mir dann ein absolutes Missgeschick. Ich lande leider im Graben. Na immerhin hält direkt das erste Auto und die Frau, die bei der Kommune arbeitet, ruft direkt den Abschlepper an. Was für ne Aktion (dazu demnächst mehr). Na immerhin kann ich dann die Wanderung auf den Gipfel des Nonskollen noch genießen.

Am Freitag scheint die Sonne den ganzen Tag, es werden sogar mal wieder warme 15 Grad. Auf dem Gipfel des 598 Meter hohen Breitind merke ich davon eher weniger, immerhin gibt es eine kleine windstille Ecke, sodass ich mal länger auf dem Gipfel bleiben kann, um die einmalige Landschaft zu genießen. In der Ferne kann ich die Insel sehen, auf der Stokmarknes liegt. Mittlerweile erkenne ich auch von der Straße aus, welchen Berg ich hier schon erklommen habe.

Eine schnelle Wanderung (2,5 Stunden) auf den Vetten bevor es nach lecker "Mittagessen" um 10:45 Uhr ans andere Ende der Vesterålen geht. Ich möchte heute lieber Fähre fahren, bevor es am Sonntag so richtig stürmen soll.

Ein Abstecher nach Bodø

Keine unbedingt sehenswerte Stadt, viele fahren hier nur zu den Lofoten. Dieses Mal bleibe ich zumindest etwas hier, um sowohl kulturelle als auch landschaftliche Dinge zu erleben.

Auf den Lofoten

Ein Touristenhotspot im Norden Norwegens. Ich hoffe ein wenig, dass durch das Wetter und die Jahreszeit hier weniger los ist. Zuerst geht es durch den Ort Å, ich bin noch etwas müde, kein Wunder bei meiner dreigeteilten Nacht (schlafen vor, auf und nach der Fähre). Zudem vermeide ich die Hotspots und laufe am Dienstag nicht die Sherpatreppe auf den Reinebringen, im Ort selbst steppt um 9 Uhr bereits der Bär, sodass ich hier nur kurz anhalte, sondern auf den Tekoppstetten (365 Meter) bzw. in dessen Richtung. Es ist einfach zu glatt und steil (klar, sieht auf den Bildern immer alles nicht so aus), sodass ich den Gipfel nicht erreichen werde und trotzdem einen guten Ausblick habe. Auf dem Weg zu meinem Campingplatz fahre ich noch an wunderschönen weißen Sandstränden vorbei und natürlich stehe ich an so einem in den nächsten beiden Tagen :)

Was für eine atemberaubende Tour auf den Volandstinden (457 Meter), klar mal wieder matschig und auch muss ich ein wenig klettern, es ist jedoch so genial, wie die Wolken hier über das Tal und die Berge ziehen. Ganz oben angekommen sehe ich aber leider gar nichts. Ich habe so Glück, dass es erst nach der Tour so richtig anfängt zu regnen, so fahre ich dann noch in eine Art Museumsdorf, indem aber auch noch Menschen leben - Nusfjord.

Am Donnerstag wandere ich auf den Offersøykammen (436 m; 3,7 Kiloemter). Ganz so lange dauert diese Wanderung nicht. Wie gut, dass ich mal wieder früh unterwegs bin, denn ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mir noch so viele Leute entgegenkommen. Logisch, bei der kurzen Distanz und bei der Aussicht. Abends gehe ich noch auf ein Konzert und auf der Rückfahrt steht auf der Straße ein Elch! Da hatte ich wirklich Glück, dass ich den noch rechtzeitig gesehen habe...

Am Freitag scheint direkt morgens die Sonne, aber es sind nur 3! Grad, mehr als 8 werden es heute trotzdem nicht. Bei der Tour auf den Himmeltindan (931 m; 8 km) komme ich trotzdem ganz schön ins Schwitzen, es geht steil und steinig nach oben, zudem sind die Steine teils klein und teils slide ich etwas. Langsam komme ich mir vor als würde ich den Unterkörper von Hulk besitzen und wäre manchmal so gerne Spiderman :) Ich blicke auf viele weiße Sandstrände, am Haukeland Strand halte ich danach noch für einen Fotostopp kurz an.

So langsam werden meine Beine immer schwerer, aber am Samstag schaffe ich es noch mich auf den kurzen Weg des Keiservarden zu machen, dafür muss ich zunächst gut zwei Stunden ans nördliche Ende der Lofoten fahren. Heute muss ich nicht hoch kraxeln, um einen genialen Ausblick zu haben, auch fährt mal wieder ein Hurtigrutenschiff vorbei. Auch der Weg zum Wanderweg zeigt die schönsten Herbstfarben.

Am Sonntag streikt einfach alles! Heute muss ich die Füße stillhalten, meine Knie tun mega weh nach der Tour auf den Himmeltindan, auch meine Waden und Oberschenkel tun weh und ich google am Vorabend schon, was ein Ermüdungsbruch ist. Immerhin bin ich so spontan, dass ich morgens noch eine Kajaktour buche und diese geniale Landschaft nun vom Wasser aus entdecken kann.

Von den Lofoten nach Trondheim

Ein Blick zurück auf die Lofoten bevor ich am Montag doch durchaus eher im Auto sitze. Kleiner Abstecher zum Saltstraumen (größter Malstrom der Welt) bevor es durch Berge und Täler bei wechselhaftem Wetter geht. 

Am Dienstag scheint die Sonne zunächst und ich sehe erstmal in welcher fantastischen Landschaft ich hier stehe, zuvor war mir nur der Tankstellen-Trucker-Charme aufgefallen. Vor mir ein Gipfel mit 1700 Metern, hinter mir einer mit 1500 Metern. Die bewundere ich nur von unten und wandere durch den Herbstwald des Junkerdal Nationalparks und gehe zu einem Wasserfall. Danach werde ich doch ziemlich wehmütig, denn seit dem 01.08. befinde ich mich nördlich des Polarkreises. Ich liebe Land und Leute noch einmal viel mehr hier oben. Im Arctic Center ist ein lächerlich großer Elch zu sehen, meiner war um einiges größer. Wie schade, dass ich kein Rentier mehr gesehen habe. Läuft mir noch eins über den Weg? Eher unwahrscheinlich. Im Saltfjellet Nationalpark gehe ich noch kurz an einem Gletscherfluss spazieren.

Inselhopping am Mittwoch - ich habe keine Ahnung mit wie vielen Fähren ich bereits gefahren bin. Heute sind es auf jeden Fall 3. An Helgelandskysten habe ich einen tollen Blick auf viele kleine Inseln und habe auch einen sehr guten Blick auf die sju søstre (7 Schwestern), eine Bergformation mit mehreren 1000ern, die ich nur von Weitem bestaunen möchte. Doch meine Felswanderung entpuppt sich mal wieder als das reinste Kletterabenteuer über Felsen. Langsam sollte ich mir mal ne Fahne im Gepäck mitnehmen, um meinen eigenen Gipfel zu markieren, wenn ich nicht zu Ende gehe.  

Am Donnerstag nehme ich mal wieder zwei Fähren (man beachte den Text auf dem gelben Schild), es regnet vormittags ordentlich, wie schade, dass ich wenig von dieser schönen Landschaft sehen kann. Scheinbar pünktlich um 12 Uhr scheint eine Stunde die Sonne am Torghatten (hei, der Berg heißt genau wie das Fährunternehmen Norwegens, fällt mir jetzt erst auf). Wie so typisch für Norwegen hat das Loch im Berg natürlich ein wütender Troll verursacht, auch die sju søstre spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Die Wanderung gleicht mittlerweile einem kleinen Spaziergang für mich. Wo früher (2022) ein Mini-Parkplatz war, steht heute eine riesige Toiletten- und Informationsanlage. Dahinter gibt es natürlich noch einen größeren Parkplatz und der Weg ist nun kein kleiner Schleichweg mehr durch den Wald, der über Stock und Stein geht, sondern Sherpatreppen wurden aufwändig gebaut. Abends habe ich noch einen wirklichen schönen Fußballabend (Norge 3 - Danmark 2). Nicht zu vergessen der Sonnenuntergang und der Aufgang am nächsten Morgen. Hat auch Vorteile, dass es nicht mehr so lange hell ist :) 

Keine Ahnung wie lange ich am Freitag im Auto sitze, aber es geht noch, schließlich halte ich zunächst am Trælvikosen an, hier könnte ich bei dieser Kunstinstallation über das Wasser gehen, wenn es denn da wäre :) Immerhin habe ich noch einen schönen Blick auf den Torghatten. Es geht wieder mehr ins Landesinnere, im Lomsdal-Visten Nationalpark wandere ich zu einem See. Diese Tour ist mal wieder mehr als abenteuerlich, es gibt da so eine größere Bachüberquerung...Im Anschluss überquere ich dann wirklich die Grenze zur nächsten Region -Trøndelag. Ha det Nord-Norge :( 

24 Stunden in Trondheim - vom kurzen Bummel in der Stadt und dem Besuch vertrauter Orte, denn hier hatte ich tatsächlich meine erste Norwegenberührung im Jahre 2009. Am Dom frage ich mich, ob wir hier vielleicht nicht doch Verwandte haben, hier steht eine Statue restauriert von Johannes Klem. Den Fahrradaufzug nutzt seit den E-Bikes wahrscheinlich niemand mehr. Endlich kann ich nun das Museum Rockheim besuchen, 2009 war es noch nicht erbaut und 2022 hatte ich kaum Zeit Trondheim zu besichtigen, da ich weiter mit den Hurtigruten nach Norden gefahren bin. Ein Besuch des Pizzatowers darf nicht fehlen und auch gehe ich am Sonntag in der Bymarka wandern, ein Trauma muss bewältigt werden :) 

Nationalparkhopping

Am Sonntagmittag fahre ich von Trondheim ins Landesinnere in die Nähe von Oppdal. Ich lege noch eine kleine Nachmittagstour zu einer kleinen Schlucht ein, diese beginnt direkt hinter meinem Campingplatz. Nur blöd, dass ich nun ungebetene Mitbewohner habe. Die Kofferraumklappe schimmelt - puh!

Am Rande des Nationalparks Trollheimen geht es trotz dunkler Wolken und einsetzendem Regen auf den 1386 Meter hohen Storgruvpiken, keine Ahnung, wie viele Höhenmeter oder Kilometer ich heute laufe. Eigentlich ist es auch egal, denn es geht ja immer um die Tour an und für sich und den Ausblick oben. Beides kann sich sehen lassen, manchmal muss ich aber auch genau hinsehen :)

Am Dienstag begrüßt mich die Sonne, aber es ist auch frostig kalt im Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark. Während wahrscheinlich alle Wanderer auf dem Weg unterwegs sind, wo man Moschusochsen sehen kann, wandere ich auf dem Pilgerweg, der nach Trondheim führt, natürlich in entgegengesetzter Richtung :)

Zwischen Breheimen und Jotunheimen Nationalpark wandere ich auf den 1289 Meter hohen Lomseggen. 9,5 Kilometer und 900 Höhenmeter sind zu bezwingen. Hoffen wir mal, dass ich mich nicht erkältet habe, denn der Tag beginnt statt mit Kaffee mit einem Husten- und Bronchialtee :( Das Wetter ist zwar kalt, morgens noch 3 Grad, aber die Sonne zeigt sich leider erst am Nachmittag. Auf dem Gipfel muss ich ein wenig warten bis sich der Nebel lichtet und mir bei dieser Landschaft wirklich die Spucke wegbleibt!

Am Donnerstag erklimme ich mal nicht einen Berg aus eigenen Kräften, sondern bin eher mit dem Auto unterwegs. Ich fahre von Lom aus zur Juvasshytta, die auf 1840 Metern Höhe steht und einen atemberaubenden Blick auf Norwegens höchsten Berg habe. Ich staune wirklich jeden Tag neu. Zurück geht es wieder über Lom, bevor es durch die weitere Bergwelt des Jotunheimen Nationalparks geht.

Tiefhängende Wolken und wirklich dunkle Wolken auf 1500 Metern begrüßen mich am Freitagmorgen. Da schmeiße ich kurzerhand meine Pläne um und fahre ein Stück weiter, um an einem See zu wandern. Auch daraus wird nichts, kaum ein paar Kilometer weiter zieht sich alles zu. Ich kann nur noch mit 30 km/h weiterfahren. Mit 3 kurzen Pausen brauche ich für die 70 Kilometer ins Tal 3 Stunden. Auch hier sieht es mittags noch nicht gut aus, ich besuche zuerst das Freilichtmuseum in Fagernes und habe immerhin am Nachmittag noch einen guten Blick auf die Stadt zu genießen. Der Tageshöhepunkt war eher, dass ich heute fast nur norwegisch gesprochen habe :) 

Auch am Samstag hängen die Wolken tief, es nützt ja nichts, ich will und muss weiterziehen. Wieder rauf in die Berge, ich fahre durch einsame Landschaft bis nach Eidsbugarden. Ich befinde mich hier zwischen den Gletschergebieten. Auf der Fahrt regnet es auch noch, ich warte fast eine Stunde im Auto bis ich mich dann aufraffe. Die Tour zum Gipfel gleicht der nach Mordor, auf dem Rückweg werde ich aber mit einem Regenbogen belohnt und auf der weiteren Fahrt sehe ich wilde Rentiere, nahezu unmöglich!

Wenn alle Campingplätze bereits geschlossen sind, dann bleibt mir ja nichts anderes übrig als auf Wanderparkplätzen zu übernachten, so auch wieder einmal von Samstag auf Sonntag passiert. Am Sonntag wandere ich zum Vettisfossen, auf dem Weg liegen ganz viele Wasserfälle und auch das Wasser kommt in Form von Regen ordentlich von oben. Der Herbst ist nun mehr als da.

Auch am Montagmorgen verheißt das Wetter Regen! Die Wettervorhersage schwankt zwischen kreftig regn, regn og let regn. Ich schaffe es bis mittags dies und das zu tun, um dann zum Bergsetbreen zu laufen (6 Kilometer insgesamt). Laufen ist gut, vielleicht hätte ich besser meine Flossen einpacken sollen...

Mein Campingplatz im Jostedal ist immer wieder für eine Überraschung gut, nachdem ich den Gletscherfluss entdeckt habe, sehe ich am Dienstagmorgen durch die Wolkenlücken die umliegenden Gletscher. Meine Wanderung zum Nigardsbreen ist heute sehr kurz, über die rutschigen Felsen ist es einfach zu gefährlich. Ich statte dem Bremuseum in 100 Kilometern einen Besuch ab, auch die Aussicht meines nächsten Campingplatzes lässt sich sehen, wenn ich denn was sehe, es gibt heute kaum eine Regenpause.

Bergen

Nach dem ständigen Regen versuche ich in Bergen besseres Wetter zu erwischen. Es ist schon irre, wie viel ich von den Bergen sehen kann, wenn die Sicht es zulässt. Am Mittwoch passiert kaum etwas, bevor ich am Donnerstag in den Bergen von Bergen wandern gehe. Am Freitag steige ich dann noch einmal auf ein Schiff, um durch die Fjorde zu cruisen, bevor es abends zum Fußball geht - es ist Vestland Derby (Brann vs. Viking also Bergen vs. Stavanger).

Von der Hardanger zum Gaustatoppen

Die Region Hardanger ist ein recht großes Gebiet, was sowohl den Ort selbst, den gleichnamigen Fjord und die wilde Hardangervidda bezeichnet, die man nur am Rande mit dem Auto befahren kann. Wanderungen sind im Herbst hier nur für Vollprofis möglich. Für mich ging es nach erlebnisreichen Tagen in Bergen bei Dauerregen los. Auf der Fahrt queren zwei Rehe die Straße, kurz bevor ich mit der Fähre nach Jondal fahre, tauchen die weißen Berge in der Ferne auf. Weiter geht es Richtung Folgefonna Gletscher, bevor ich zu meiner ersten Schneewanderung in diesem Jahr aufbreche (heute ist der 10.10.). Zu Beginn überlege ich mehrfach, ob ich heute überhaupt einen Berg besteigen will, sowohl Körper als auch Ausrüstung sind nicht mehr im top Zustand.

Gewalttour am Sonntag zum Manen, für 7 Kilometer und fast 1000 Höhenmeter brauche ich 7 Stunden. Der Blick vom Gipfel auf die Berge und den Gletscher sind einmalig, dafür musste ich aber auch einiges tun. Meine Akkus sind langsam aufgebraucht...das kann man auch an meinem Gesicht ziemlich gut ablesen :)

Am Montag kann ich zunächst kaum aus meinem Schlafsack krabbeln, ich muss mir mal langsam nicht nur rote, also "krevende" Touren raussuchen. Da dachte, dass ich mir mit der Wanderung zum Gletschersee Bierbreen etwas gutes tue, denn die Tour ist als "middels krevende Tour" eingestuft. Bis zum Gletschersee komme ich heute nicht, der Weg besteht aus Felsen auf die man mittels Ketten hochklettern kann. Bei einer Hürde von 8-10 Metern ist mit meinen T-Rex Armen Schluss.

Den gesamten Montagabend und auch die ganze Nacht zum Dienstag hat es geregnet. Ich habe trotzdem ziemlich viel Glück und werde weder auf dem Weg am Langfossen noch auf meinen diversen Fotostopps vom Regen erwischt. Allerdings hat mich nun die Erkältung erwischt...

Am Mittwoch macht es leider keinen Sinn einen Berg zu erklimmen, wie gerne wäre ich hier im Haukelifjell bei Schnee wandern gegangen, auch macht es wenig Sinn die Erkältung hier in den nächsten Tagen auszusitzen, hier ist einfach nichts! Die Fahrt durch die Berge ist schon ein Erlebnis. So fahre ich zum Gaustatoppen und statt den Berg selbst zu bewältigen nehme ich die Bergbahn durch den Berg. Ich genieße den Blick über 1/6 von Norwegen.

Nach meinem Pausentag ging es am 16.10. auf den Numedalshovda. Statt 6 Kilometer lief ich bestimmt 7,5. Der Blick auf den schneebedeckten Gausta war nicht schlecht, aber auch der weite Blick über das Fjell.

Dann doch nach Oslo

Nach Oslo wäre ich nur gefahren, wenn ich von hier aus die Fähre nach Kiel genommen hatte. So fahre ich am Samstagmorgen von Austbygdi in die 160 Kilometer entfernte Hauptstadt. Die Fahrt durch die frostig kalte Herbstwelt und auch der Sonnenaufgang können sich sehen lassen, bevor es in die trubelige Stadt geht. Vom Holmenkollen, zur Oper, kurzer Besuch des Schlosses und des Vigelandparks. Danach erfolgt noch der Abstecher in das alternative Viertel Grünerløkka. Am Sonntag genieße ich eine Schiffsfahrt im Oslofjord und komme auf der Insel Lindøya zu meiner Wanderung. Danach erfolgen Abstecher in der Nationalbibliothek und in der Markthalle bevor es dann wieder einen Besuch im Fußballstadion gibt (Oslo vs. Bergen).

Sørlandet

Ich könnte es mir leicht machen und einfach entlang der Küste nach Kristiansand fahren, denn von dort geht nächste Woche Donnerstag die Fähre, aber ich muss zurück in die Berge. Fahre zurück Richtung Drammen und Kongsberg, bevor ich etwas südlicher von Rjukan in die südliche Landesmitte gelange. An der Stavkirche in Heddal halte ich natürlich an und auch um die mystische Herbststimmung einzufangen.                                                                                                                                                                                         In Hovden habe ich eine wirklich schöne 10 Kilometer Rundtour namens Børtemannsbekken entlang des Flusses mit vielen kleineren Wasserfällen. Auch die Flussquerung klappt problemlos :)

Temperaturrekord am Dienstagmorgen - es sind morgens um 7 Uhr MINUS 6 Grad! Heute ist nach langer Zeit mal wieder Tag der Hüttenwanderung bzw. -übernachtung. Ich muss nicht weit mit dem Auto fahren, um dann zur 6 Kilometer entfernten Berdalsbu zu wandern, die auf 1000 Metern liegt. Immerhin muss ich hier nur ca. 200 Höhenmeter bewältigen. Es geht durch einen schönen Wald, es gibt aber auch matschige Stellen, wenn diese nicht gerade gefroren sind. Die Übernachtung dort ist noch einmal entschleunigender, denn ich muss mich hier nur auf das Wesentliche konzentrieren - Wasser holen, Feuer machen und einfach nur sein.

Während ich gestern noch schönsten Sonnenschein genießen konnte zog es sich abends zu und der Wind heulte um die Hütte. Morgens nach dem Aufstehen dann die Überraschung, es schneit (eigentlich sollte es regnen). Also komme ich dann doch noch ein wenig zu meiner Schneewanderung. Nach dem Abstieg begann dann mal wieder die Suche nach einer heißen Dusche bzw. einem Campingplatz.

Schon ein nächstes Ziel entdeckt oder hast du einen Tipp?

Ich freue mich sehr über ein Lebenszeichen von DIR!

Ganz egal auf welchem Weg :)

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