Kaum angekommen und schon wieder in ein neues Land gefahren
Lettland begrüßt mich, wie auch alle anderen Reisenden mit einer Kontrolle. Pass vorzeigen, nein, es gibt eine Atemalkoholkontrolle. Na das lässt ja tief blicken. Bestes Wetter wie auch auf der Kurischen Nehrung, wie verrückt ist es am Strand entlangzuwandern? Egal, einfach machen. Scheinbar ziehe ich kuriose Orte an, auf einmal stehe ich vor einem Kaffeeautomaten direkt in der Natur bzw. stehe am westlichsten Punkt Lettlands. Danach geht es durch den Kiefernwald, ich wundere mich irgendwann über die scheinbaren Umweltsünder. Wer lässt hier seine Plastiktüten liegen?! Falsch gedacht, die Blaubeerpflücker sind fleißig unterwegs und verkaufen wenig später ihre Beute. Auf meinem idyllischen Campingplatz im Kiefernwald und wenige Meter vom Strand entfernt machen die Mücken dann Jagd auf mich…
Am nächsten Tag (18.07.) ist natürlich wieder Wandertag, naja, heute ist es eher ein Spaziergang auf einem Bohlenweg durch das Hochmoor Kemeri. Der Blick auf der Aussichtsplattform ist jedoch nicht verkehrt. Bis Riga ist es dann nur noch ein Katzensprung und ich erkunde dann schon mal die Stadt.
Riga – Bremens Partnerstadt oder bin ich tatsächlich in Bremen? So viele Ähnlichkeiten, das Wetter zeigt sich in den 1,5 Tagen wechselhaft. Es gibt jede Menge Kneipen (da probiere ich natürlich das ein oder andere Getränk, abends ist schließlich auch WM-Finale). Die Kultur kommt auch nicht zu kurz, die Stadtführerin Christa weiß so einiges und ist natürlich auch Bremen Liebhaberin. Ich wundere mich schon über die Straßenschilder, ständig sehe ich die Bezeichnung „Pils“ hier ist mal ausnahmsweise kein Getränk gemeint, sondern das ist die Bezeichnung für Schloss. Übrigens enden weibliche Vornamen in Lettland immer auf „a“ und männliche auf „s“. Grüße an Brigitta und Bernds J
Die Sonne hat sich am Montag, den 20.07. eher verzogen. Zunächst fahre ich südlich durch den Berufsverkehr nach Baldone. Hier gibt es Kunst im Wald, ganz interessant. Im Anschluss geht es in den Gauja Nationalpark. Abends schüttet es noch so richtig, aber ich werde in den beiden Tagen beim Wandern nicht nass. Im Nationalpark bleibe ich über Nacht und entdecke morgens neben dem Campingplatz ein Storchennest. Ich erkunde sowohl den Orgelfelsen als auch die Höhlen von Liela. Das erinnert mich alles ein wenig ans Elbsandsteingebirge, fahrt lieber dort hin, da ist es zwar überlaufener, aber es gibt mehr zu entdecken! Und am Dienstag verlasse ich bereits wieder Lettland.
Dinge, da kann man sich nur wundern - Auf der Autobahn kann man einen U-Turn machen (super, bei 110 km/h), zudem gibt es auch Bushaltestellen, sodass die Leute neben der Leitplanke zu ihrem Ziel gehen, verrückt. Es gibt ein Outlet für Alkohol, keine Angst, ich bin nur vorbeigefahren J
Begegnungen mit Menschen – die Letten scheinen sich eher nach innen zu freuen, jedoch hier ein absolut witziger und positiver Dialog mit einem Campingplatzbesitzer (was hier nicht so häufig vorkommt) zu meinem Bulli.
„Ist das ein Wohnmobil oder eher ein Zelt?“
„Ich würde sagen, das ist ein Auto.“
„Also dann ist es ein Zelt, das kostet dann 12€, du kannst dich überall hinstellen und Strom gibt es auch inklusive.“
Wenn man bedenkt, dass das ein mega Schnapper ist und man auf anderen Plätzen für jede Kleinigkeit bezahlen darf, einfach unglaublich nett! Bei der Abreise bedankt er sich, dass ich da war. Wahnsinn!
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Liebe Carina, das hört sich alles sehr spannend, aber auch entspannt an. Hoffentlich geht es mit kommunikativeren Begegnungen weiter 🤪.
Viele Grüße
Anja