Nationalparkhopping 27.09.-06.10.

Veröffentlicht am 6. Oktober 2026 um 16:08

Dovrefjell-Sunndalsfjella, Breheimen, Jotunheimen, Jostedalsbreen

In der Nähe von Oppdal fahre ich am Sonntag auf einen wunderschönen Campingplatz mit Badesee und Rundumblick auf die Berge, es gibt sogar die Möglichkeit in der Nähe zu einer kleinen Schlucht zu gehen, das machte ich am späten Nachmittag natürlich noch. Die Betreiberin gab mir zudem noch ein paar Tipps für meine Wanderung am nächsten Tag, denn für die Mitte Norwegens bin ich immer ein wenig aufgeschmissen. Übrigens habe ich festgestellt, dass ich Mitbewohner habe, der untere Teil der Kofferraumklappe schimmelt, was sich mittlerweile alles für Herausforderungen ergeben, wenn man länger unterwegs ist. Abends fängt es dann sogar noch an zu stürmen.

Unglaublich, nun stehe ich tatsächlich auf, wenn die Sonne noch gar nicht zu sehen ist. Gehe ich demnächst etwa mit Stirnlampe wandern oder muss ich mich tatsächlich gedulden und später aufstehen? Das ist ja manchmal gar nicht so leicht dann das ganze Tagespensum unter einen Hut zu bekommen. Dicke Wolken hängen über meinen Wanderbergen, aber wat mut dat mut, vielleicht habe ich ja Glück und es regnet nicht. Wie gut, dass der Weg zum 1386 Meter hohen Storgruvpiken im Skigebiet und nicht auf Meereshöhe beginnt, keine Ahnung, wie viele Höhenmeter ich heute mache oder wie viele Kilometer ich unterwegs bin, zeitlich sind es ca. 3 Stunden. Ich bin etwas verwundert, dass der Weg kaum matschig ist und so erfreue ich mich an dem knallorange auf dem Weg und den Ausblick auf umliegende Berge und Seen. Doch es war natürlich klar, dass es anfängt zu regnen und zwar ordentlich. Der Wind pfeift mir um die Ohren und trotz der 7 Grad ist mir a…kalt! Wie gut, dass der Regen kurz eine Pause einlegt als ich auf dem Gipfel bin, die weitere Landschaft in der Ferne scheint mal wieder nicht von dieser Welt zu sein. Trotzdem versuche ich den Rückweg schnell hinter mich zu bringen, so gut es eben geht, denn nun sind die Steine, über die ich gegangen bin, natürlich nass. Ich bin froh als ich am Auto einen Klamottenwechsel einlege, in Oppdal noch meine Dinge erledige und nur noch eine gute Stunde im eingeheizten Auto durch die Herbstlandschaft mit ihren Bergen und Wasserfällen fahre. Zuerst geht es dann mal meinen „Freunden“ an den Kragen, im Baumarkt wurde mir dafür ein Anti-Schimmel Zeugs für Boote empfohlen, also ist der Weg zum Amphibienfahrzeug nun doch nicht mehr weit :) Abends wird es knackig kalt, ich stehe mitten in den Bergen mit meinem kleinen Wagen und über mir funkelt der große Wagen ganz schön. Die Kälte kommt nun irgendwie durch den Fußboden – brr!

Am Dienstag habe ich ein wenig Kreislauf und bleibe dann doch etwas länger liegen. Um kurz nach 7 stehe ich auf und kann den genialen Sonnenaufgang beobachten – das macht man im Alltag irgendwie viel zu selten, auch wenn die Temperaturen nicht lange zum Verweilen einladen, es gab Frost. Das hat nun immerhin den Vorteil, dass ich mir eine wärmere und saubere Hose anziehen kann :) Auf dem Weg zum Wanderparkplatz verchecke ich irgendwie meinen Ausgangspunkt, die Tour, auf der man im Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark Moschusochsen sehen könnte ist dann wohl Geschichte. Auf 16 Kilometer kann ich mich heute auch nicht einlassen und so gehe ich auf dem Konsvegen Pilgerweg, der nach Trondheim führt, in die entgegengesetzte Richtung. Wer weiß, ob ich überhaupt Moschusochsen gesehen hätte und wer sagt denn, dass sie nur auf dem einen Weg auf dich warten? Mein heutiger Weg, der im 17. Jh. erbaut wurde, war zudem früher der Weg auf dem mehrere Könige mit ihrer Kutsche durchs Land reisten, dementsprechend leicht habe ich es, denn der Weg ist recht breit und gleicht eher einer Schotterstraße. Ich wandere durch diese endlose Weite mit Blick auf umliegende Gletscher und muss mich nahezu zwingen irgendwann umzudrehen. Nach knapp 3 Stunden und ca. 10 Kilometern fahre ich wenig später durch wirklich einsame Natur. Auf der Passstraße hinter Dombås sind kaum Autos unterwegs, auch hier frage ich mich, ob das noch auf diesem Planeten ist – könnte aber auch Island sein :) Ich wundere mich immer wieder, dass in dieser Einsamkeit noch Ferienhütten stehen. Ich fahre nach Lom und hole mir noch ein wenig Inspiration für die weiteren Wanderungen, manche Touren sind da eher etwas für den nächsten Sommerurlaub. Es ist total sonnig und so genieße ich den Nachmittag noch und sitze DRAUßEN in der Sonne und habe einen schönen Blick auf die Stabkirche und den morgigen Berg. Nun befinde ich mich zwischen den Nationalparks Jotunheimen und Breheimen.

Der Morgen beginnt statt mit einem Kaffee mit einem Husten- und Bronchialtee, na herzlichen Glückwunsch! Hoffentlich erwischt es mich nicht, aber ich will heute auf gar keinen Fall eine Pause einlegen. Es ist mittlerweile eine schwere Gradwanderung, wie lange und wie warm die Standheizung läuft und ob sie das sogar die ganze Nacht macht. Auch heute ist es ziemlich frisch, ich packe mich erst relativ warm ein, um mich dann doch mehrfach auf der Wanderung aus- und wieder anzuziehen. Zunächst muss ich noch zur Rezeption und meinen Stellplatz verlängern, warum auch immer ich gestern nicht für zwei Tage buchen konnte. Es scheint nur der Mitarbeiter da zu sein, der nur norwegisch spricht und so mühe ich mich früh am Morgen sprachlich dann doch etwas ab. Ich finde es super, dass ich nicht groß durch die Gegend fahren muss und direkt vom Campingplatz losgehen kann. Der 1289 Meter hohe Lomseggen ruft :) 9,5 Kilometer und 900 Höhenmeter sind zu bewältigen. Es geht erst durch den Ort, den Wasserfall hatte ich gestern gar nicht wahrgenommen. Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich und ganz nach meinem Geschmack, ich laufe tatsächlich zu Beginn durch einen richtigen Wald, der seinen Namen auch verdient hat, die Bäume sind höher als 2-3 Meter :) Außerdem wandere ich durch eine irre herbstliche Farbenpracht, auch wenn der Weg zum Gipfel durchaus steil ist, immerhin habe ich einen tollen Blick auf den Ort , den Fluss und die umliegenden Berge. Kurz vor dem Gipfel zieht dichter Nebel auf oder ist das schon wieder eine Wolke? Schade, dass ich auf dem Gipfel selbst erstmal nichts sehe und wie gut, dass es nicht zurück, sondern weiter geht, denn ich habe das Glück, dass es sich um eine Rundtour handelt. Als sich der Nebel lichtet, bleibt mir fast die Spucke weg, ich sehe nun den höchsten Berg Norwegens und gleichzeitig Skandinaviens (Galdhøpiggen – 2469 m) und dann noch diese Kontraste des Fjells, es ist einfach irre. Diese Natur und dieses Land lassen mich nicht mehr los und lässt mich immer wieder von Neuem staunen. Wer noch nicht in Norwegen war, der sollte hier unbedingt hin und das Land vor allem wandernd entdecken! Auch der Abstieg auf der anderen Seite ist zwar länger, aber nicht so steil, ich komme noch kurz an einer Minihütte vorbei, da hätte ich mir im Eingang sogar den Kopf stoßen können. Wieder zurück im Ort gönne ich mir eine TK Pizza, Ofen auf dem Campingplatz sei Dank und kann noch die Sonne genießen, bevor meine norwegische Videokonferenz ruft. Am späteren Abend nutze ich dann noch die Gelegenheit die beleuchtete Stabkirche abzulichten und den großen Mond, vor den sich in rasender Geschwindigkeit immer wieder neue Wolken schieben.

Am Donnerstag wandere ich nicht auf einen Berg, sondern fahre. Es besteht die Möglichkeit weiter an den Galdhøpiggen heranzukommen. Qupi muss sich dafür nur die nächsten Berge hochquälen. Ich schrecke noch kurz vor der teuren Mautstraße zurück, aber wenn ich schon mal hier bin, dann ist das ja auch egal. Die Juvasshytta steht auf 1840 Metern Höhe und auf dem Gletscher wird Ski gefahren. Außerdem sehe ich sogar einen Schneehasen, übrigens mit 60-80 km/h das schnellste Landtier in Norwegen und somit klar, dass ich diesen nicht vor die Linse bekomme :) Der Wind ist total stark, die Sonne scheint zwar, aber so richtig warm ist es trotz der 7 Grad nicht. Der Rundumblick ist wirklich atemberaubend! Auf diese einmalige Sicht hätte ich zudem nicht verzichten wollen, viel kann ich nicht darüber schreiben und selbst die Fotos lichten nicht wirklich das ab, was ich gesehen habe. So fasziniert ich immer von Gletschern bin, machen sie mich doch immer wieder gleichzeitig traurig und erinnern mich an meine Zeit in Island. Dort stand ich am gleichen Gletscher 2016 und dann noch einmal knapp 4 Jahre später und habe dort die rasante Veränderung gesehen! Ich halte mich auf dem Berg dann doch wieder länger auf als gedacht und es ist schon Mittag als ich in Lom bin, ich gönne mir bei einer echten Bäckerei (das findet man in Norwegen nicht so oft) ein Brot und ein Kanelsnurrer. Nach kurzer Pause geht es von Lom in die Richtung aus der ich am Dienstag gekommen bin, bevor ich dann südlich in die weitere spektakuläre Bergwelt des Jotunheimen Nationalparks eintauche. Um 14:30 Uhr komme ich in Besseggen an und ich brauche nun auch nicht mehr anfangen zu wandern, es ist einfach zu spät und die tiefhängenden Wolken sehen auch nicht gerade verlockend aus. Die Wettervorhersage verspricht leider nicht das beste Wetter die nächsten Tage, mal sehen was wird. Immerhin habe ich dann Zeit meine Hausaufgaben für meinen Norwegischkurs zu erledigen und habe sogar Spaß daran eine Präsentation über meinen Job vorzubereiten.

Tiefhängende Wolken und wirklich dunkle Wolken auf 1500 Metern begrüßen mich am Freitagmorgen. Da heißt es nun heute mehrfach meine Pläne umzuschmeißen, denn eine Gipfeltour kann ich bei diesem Wetter vergessen, meine Alternative ist an einem See wandern zu gehen. Doch kaum ein paar Kilometer weiter hänge ich im tiefen Nebel fest. Das wird also auch nichts. Ich bin ein wenig genervt, jetzt ist wirklich Herbst, aber was will ich machen? Nach 70 Kilometern und 3 kurzen Pausen bin ich dann nach 3 Stunden im Tal, genauer gesagt im Ort Fagernes. Auf dem Weg hatte ich noch eine kurze Gelegenheit an einer Stabkirche anzuhalten, die sind hier in der Gegend wirklich häufig zu finden. Diese ist natürlich geschlossen, aber immerhin bekomme ich einen kleinen Einblick durch ein YouTube Video. In Fagernes sieht das Wetter zunächst auch nicht gerade gut aus und so besuche ich das Freilichtmuseum, um ein wenig mehr über das heutige und das Leben vergangener Tage zu erfahren. Mittags hänge ich erst etwas auf dem deluxe Campingplatz ab, das Bad (also WC/Dusch-Kombi) ist größer als bei mir Zuhause. Ja, ich weiß, keine große Kunst :) Immerhin ist das Wetter am Nachmittag besser, sodass ich doch noch zu meiner Wanderung komme. Ich komme mir langsam vor wie ein Rennpferd, das endlich loswill und bei zu wenig Auslauf einfach schlecht drauf ist. Der Weg auf den 549 Meter hohen Kviteberg kann sich sehen lassen, zunächst geht es durch eine Wohnsiedlung und schließlich im dichten Wald steil nach oben. So habe ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und habe meinen Berg und auch meinen Wald. Bereits hier habe ich schon einen schönen Ausblick über den Ort, aber ich kann es natürlich nicht lassen und gehe noch mal ca. 200 Höhenmeter weiter, um noch mehr zu sehen. In der Ferne sehe ich allerdings kaum etwas, weil die Wolken einfach zu tief hängen. Heute war immerhin der Tag an dem ich fast nur norwegisch gesprochen habe, das macht mich schon ein wenig stolz, weil ich einfach manchmal zu fertig bin, um meine wenigen Vokabeln zusammenzukratzen ;)

Auch am Samstag sieht es mit dem Wetter nicht wirklich besser aus, aber ich will und muss irgendwie weiter und es führt kein Weg (zumindest für mich) vorbei an weiteren Wanderungen im Jotunheimen Nationalpark. Ich habe schon viel zu viele Touren in den letzten Tagen liegengelassen (irgendwann werde ich sie vielleicht in Angriff nehmen). Heute soll es in Eidsbugarden, gefühlt mal wieder am Ende der Welt, auf einen Aussichtspunkt gehen – der heißt auch noch so :) Ich versuche meine Abreise vom Campingplatz etwas länger hinauszuzögern. Auf der Fahrt muss ich mal wieder eine Vollbremsung einlegen, zwei Hunde spielen fangen auf der Bundesstraße, wie gut, dass meine Reflexe und die des LKW-Fahrers hinter mir noch funktionieren. Am Zielort warte ich noch fast eine Stunde im Auto, bevor ich mich überwinde loszugehen. Ein feiner Nieselregen, tiefhängende Wolken und ein wenig Nebel begleiten mich auf dem Hinweg. Der Weg führt entlang eines Wasserfalls, doch mein Wanderweg ist auch von kleineren „Flüssen“ durchzogen, es kommt mir vor als hätte ich die Mission nach Mordor zu wandern. Auf dem 1486 Meter hohen Gipfel ist es superkalt, am See waren es noch 5 Grad, gefühlt wie 1 Grad, hier ist es auf jeden Fall kälter. Immerhin werde ich auf dem Rückweg belohnt, der Nebel verschwindet und es zeigt sich ein Regenbogen und ich kann auch immer mehr von dieser spektakulären Landschaft sehen. Auf der weiteren Autofahrt begegnen mir noch einige Rentiere, das war sehr unwahrscheinlich, dass ich noch welche sehe, denn hier gibt es keine Rentierzucht mehr und es handelt sich um wilde Tiere. Leider zieht es sich wieder zu, sodass die Fahrt durch die weitere Bergwelt an mir vorbeizieht. Im Utladal Tal campe ich dann schließlich auf dem Parkplatz, ich hätte mich sehr über eine Dusche gefreut, aber der Campingplatz hat natürlich schon geschlossen, was will ich machen? Auch muss ich wohl oder übel die Verbotsschilder ignorieren, es ist nicht zu ändern.

So langsam regnet es sich ein und heute hört es nicht wieder auf. War es das mit dem stabilen und doch recht guten Wetter? Viele würden heute nicht vor die Tür gehen, aber ich habe auch keine großen Alternativen meine Wasserfalltour zum Vettisvossen anzutreten. Es ist der höchste und unregulierte Wasserfall Norwegens (275 Meter). Direkt neben dem Parkplatz gibt es schon den ersten Wasserfall zu bestaunen. Danach folgen viele kleinere und einige größere auf dieser 15 Kilometer Wanderung. Die Schotterstraße führt an einem eisbonbonfarbenen Fluss entlang, der bei diesem Wetter natürlich viel Wasser mit sich die Schlucht hinunterreißt. Der letzte Kilometer ist dann herausfordernd und etwas nervig, da er entlang vieler Steine und Laub führt, eine wirklich glatte Angelegenheit. Der Vettisvossen kommt mir gar nicht so groß vor und auch mein Überraschungseffekt ist nicht so groß, da ich diesen Weg bereits gewandert bin. Wer mal in Island war, der kennt einfach ganz andere Wasserfälle. Im Anschluss fahre ich durch die Serpentinen weiter durch die Bergwelt, es geht nun vom Jotunheimen Nationalpark in den Jostedalsbreen Nationalpark. Ich betreibe heute nicht nur Nationalparkhopping, sondern auch Campingplatzhopping. Der erste ist geschlossen, der zweite sieht aus, als wäre er vor 10 Jahren geschlossen worden, auch wenn mich das åpen Schild doch etwas irritiert. Bei den Plätzen drei und vier ist eine Baustelle, beim fünften habe ich dann schließlich Glück. Die Campingplatzbesitzerin ist total nett und ich bekomme einen Rabatt und eine zusätzliche Duschmarke geschenkt, weil ich länger auf sie warten musste und nicht duschen konnte. Wie gut, dass sie mir dann noch ein paar Wanderratschläge geben kann J

Die Wettervorhersage am Montagmorgen zeigt sich in folgenden Varianten: kreftig regn, regn og let regn. Ich vertreibe mir bis mittags meine Zeit, denn dann soll das Wetter etwas besser werden. Wie gut, dass ich gewartet habe, die heutige Tour zum Bergsetbreen (6 Kilometer insgesamt) ist einfach der Knaller, der Weg steht wirklich komplett unter Wasser, das war am Samstag gar nichts! Ich hätte meine Taucherflossen mitnehmen sollen oder liegt es daran, dass ich montags immer beim Aquaplaning war? Ich versuche also nicht baden zu gehen und lache mich dabei die ganze Zeit kaputt. Die Aussicht ist zunächst mäßig, der Nebel und die Wolken ergeben eine Einheit und es kommt mir vor als wäre die Landschaft schwarz/weiß. Irgendwann komme ich den Gletschern immer näher und die Wolken verschwinden langsam, sogar ein paar blaue Lücken zeigen sich am Himmel. Das Eis schimmert bläulich, aber lange kann ich hier leider nicht bleiben, denn nun fängt es auch an zu stürmen, mal davon abgesehen, dass es dabei auch die ganze Zeit geregnet hat. Immerhin ist es bei 11 Grad heute nicht wirklich kalt. Nass bin ich natürlich trotzdem, meine Schuhe muss ich bis morgen wieder trocknen. Der Weg kommt mir zudem bekannt vor und so ist es auch, ich war schon einmal 2022 hier. Einige behaupten ja, dass ich eh bereits überall in Norwegen war, kann gut sein…vielleicht muss ich mir langsam mal eine detaillierte Karte oder Liste erstellen mit allen Wegen, die ich in Norwegen gewandert bin J Am Nachmittag sehe ich dann den Fotobeweis, nicht nur ich, sondern auch der Weg und vor allem der Gletscher sehen ganz anders aus. Nach der Wanderung koche ich mir Nudeln mit Pesto und schnacke noch mit einem Briten, der hier bereits mehrere Touren auf die Gletscher unternommen hat, starke Leistung.

Der Campingplatz im Jostedal ist immer wieder für Überraschungen gut, kurz nach dem offiziellen Sonnenaufgang (ohne sichtbare Sonne) zeigen sich die umliegenden Gletscher, irre! Heute möchte ich hier zum Nigardsbreen gehen, auf der Fahrt zum Parkplatz verfahre ich mich zuerst, was aber gar nicht schlimm ist, denn so habe ich einen ziemlich guten Blick auf diese Gletscherwelt. Je näher ich dem Nigardsbreen komme, desto weniger sehe ich. Meine Wanderung ist heute super kurz. Ich dachte schon, dass der Weg gestern unter Wasser stand, aber heute gibt es noch eine Steigerung. Das macht mir mittlerweile nichts mehr aus, aber die glatten und rutschigen Felsen sind dann einfach nur lebensgefährlich. Ich lasse es nach einigen hundert Metern bleiben. Danach muss ich schon wieder neue Pläne schmieden. Klar, ich wirke gerade maximal planlos und vielleicht bin ich es auch, denn mit diesem Wetter kann ich gerade nicht so gut umgehen. Es ist echt noch einmal anders, wenn es im Sommer regnet. Klar, da kann es auch rutschig sein, aber tatsächlich nicht so. Ich beschließe zunächst ins 100 Kilometer entfernte Bremuseum zu fahren, hier gibt es eindrucksvolle Einblicke u.a. durch einen Film, dort sehe ich auch „meine Gletscher“ aus der Vogelperspektive oder wie Menschen auf dem Gletscher unterwegs sind. Die weitere Ausstellung zeigt u.a. eindrücklich die Veränderungen durch den Klimawandel. Es ist Mittag, es regnet ohne Unterlass, wandern kann ich heute vergessen und so fahre ich weiter und finde in der Nähe von Skei einen Campingplatz am Fjord mit Gletscherblick. Ich nutze die Zeit, um meine Wäsche zu waschen bzw. in einen anderen Duftzustand zu bringen, denn sauber werden meine Socken und Hosen gerade nicht mehr :( Immerhin gibt es einen Trockenraum und ich muss nichts im Qupi aufhängen. El-Björn regelt, dass alles wieder schnell trocken wird :) Außerdem kann ich mir noch Gedanken für die nächsten Wochen machen, viel Zeit (gut 3 Wochen) habe ich nicht mehr und was ich jetzt verpasse, hole ich demnächst nach.


Kommentar hinzufügen

Kommentare

Gunter Binder
Vor 16 Tage

Hallo Carina!
Ich habe deine Mutter beim Einkaufen getroffen und sie hat mir erzählt, was du gerade machst.
Ich finde deine Reise klasse und bin immer froh, wenn es meinen früheren Schülern gut geht und sie ein gutes Leben gefunden haben.
Ich wünsche dir viel Freude und schöne Abenteuer.
Dein Gitarrenlehrer

Lisa Eeten-Jeppsson
Vor 13 Tage

Heihei,
bei uns ist der Herbst nun auch da, aber noch nicht so kalt wie bei dir.
Wie fühlt es sich an, nur noch < 3 Wochen zu haben bei dieser Reise? Machst du bereits Pläne für die Zeit danach oder versuchst du dich eher auf das hier und jetzt zu konzentrieren?
Klem, Lisa

Lisa Eeten-Jeppsson
Vor 13 Tage

Sind es inzwischen nur noch 2 Wochen?

Klemmi
Vor 13 Tage

Genau heute, Samstag 10.10., bin ich in exakt 3 Wochen wieder Zuhause. Klar plane ich auch schon wieder Termine, aber ich versuche noch möglichst viel HIER mitzunehmen und im Hier und Jetzt zu sein.